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Vom Umgang mit Briefmarken |
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Wie liest man einen Briefmarkenkatalog? |
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Unentbehrlich für jeden ernsthaften
Sammler ist ein Briefmarkenkatalog. In der Bundesrepublik gibt
es Deutschland-, Europa- (mit allen europäischen Ländern
außer Deutschland) und Übersee-Kataloge sowie spezielle
Kataloge für die beliebtesten Sammelmotive (Europa, Luftpost
und so weiter). In den Katalogen sind die Marken des jeweiligen
Sammelgebietes lückenlos verzeichnet, dazu Abbildungen der
Marken, Auflagenhöhen, Angaben über die Herstellungsart
und den Herstellungsanlass und die Preise. ln der ersten Spalte
stehen die Preise für postfrische, in der zweiten Spalte
die für gestempelte Marken.
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In Deutschland gibt es mehrere Kataloge. Die meisten werden von
großen Briefmarkenfirmen herausgebracht, die Kataloge
sind gleichzeitig eine Angebotsliste. Nur die "MlCHEL"-Kataloge
werden von einem Verlag gedruckt, der nicht selbst mit Briefmarken
handelt. Die MlCHELKataloge erfassen die ganze Welt, gelten
als "die" Standardwerke bei den Sammlern und werden häufig
als die "Bibel" der Sammler bezeichnet. Kauf, Verkauf
und Tausch wird meist auf "MlCHEL"-Basis abgewickelt.
Viele Kataloge erscheinen jedes Jahr neu und
nennen die neuen Preise. In der Schweiz rechnet man nach dem "Zumstein"-Katalog,
in Frankreich nach dem "Yvert", in Großbritannien
nach dem "Gibbons" und in den USA nach dem "Scott". |
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Soll man beschädigte Marken
sammeln? |
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Die Preise in allen Katalogen beziehen sich auf
unbeschädigte Marken. Beschädigte sind wesentlich billiger,
je nach Art der Beschädigung bis zu 95 Prozent. Ernsthafte
Sammler lehnen es ab, beschädigte Marken in ihre Sammlung
aufzunehmen. Ausnahmen machen sie nur bei Spitzenwerten, die in
unbeschädigtem Zustand so teuer und selten sind, dass man
nicht hoffen kann, sie je zu bekommen. Bei wertvollen beschädigten
Marken lohnt sich der Gang zum Restaurateur. Restaurateure sind
wahre Künstler. Mit Schabmesser, Lupe und vielen kleinen
Geheimtricks zaubern sie fehlende Zähne wieder an die Marke
und beseitigen Risse so, dass man mit bloßem Auge nichts
mehr feststellen kann. Erst unter der Fluoreszenzlampe, einem
Spezialgerät, werden die ausgebesserten Fehler wieder sichtbar.
Künstler ihres Faches lassen sich ihre Arbeit mit drei bis
fünf Prozent des MlCHEL-Wertes der Marke in unbeschädigtem
Zustand bezahlen. Wer jedoch eine Marke reparieren lässt
und diese als "unbeschädigt" veräußert,
also verkauft oder tauscht, macht sich des Betruges schuldig und
kann bestraft werden. |
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Wie löst man Marken vom Brief
ab? |
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Um eine Marke von einem Brief sorgfältig
abzulösen, schneidet man das Stück Papier, auf dem sie
klebt, aus dem Umschlag heraus. Nicht zu dicht um die Marke herum,
sonst kann sie beschädigt werden.
Ist die Adresse auf dem Umschlag mit Tinte geschrieben, muss
das herausgerissene Papier möglichst ohne Tinte sein; die
Tinte könnte die Marke im Wasserbad verfärben.
Die Marke kommt mit dem anhaftenden Papier in ein lauwarmes Wasserbad.
Die Marke wird nicht eingetaucht, sondern schwimmt das Markenbild
nach oben - auf der Wasseroberfläche. Nach etwa zehn Minuten
lässt die Marke sich leicht von dem durchnässten Papier
herunterschieben. Vorsicht vor Beschädigungen! Nasse Marken
sind noch empfindlicher gegenüber Beschädigungen als
trockene! Jetzt wird etwa noch anhaftender Gummi vorsichtig von
der Markenrückseite heruntergewaschen, dann kommt die Marke
in das Trockenheft. Nach vier bis fünf Stunden ist die Marke
trocken. Wer das Geld für ein Trockenbuch sparen will, kann
sich notfalls auch mit anderen Büchern oder einer Zeitung
behelfen. Wichtig: Während des Trocknens muss das Trockenbuch
auf einer harten, glatten Fläche liegen und möglichst
belastet werden (Bücher drauf legen!). Die Marke wird so
während des Trocknens gleichzeitig "gebügelt"
und ist in trockenem Zustand völlig glatt und ohne Falten.
Briefmarkenalben dagegen dürfen nicht liegen,
sondern müssen stehen. Briefmarken brauchen Luft, sonst
vergilben sie. Luft gelangt aber nur beim stehenden Album zwischen
die Seiten. Aus dem gleichen Grund sollen Alben spätestens
alle drei Monate einmal Blatt für Blatt durchgeblättert
werden. Auch wenn man eine Zeitlang nicht zum Sammeln kommt, sollte
man seine Briefmarken nicht verderben lassen. Denn fast jede Sammlung
gewinnt mit der Zeit an Wert.
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