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Vom Umgang mit Briefmarken
Wie bewahrt man seine Schätze auf?
Als erstes braucht der Sammler ein Album. Für den Anfang reicht ein billiges Einsteckalbum. Wenn man sich für ein bestimmtes Sammelgebiet entschlossen hat, wird man meist zu einem richtigen Album übergehen. Die meisten Sammler haben Vordruckalben. In diesen ist die sinnvolle Anordnung der Marken bereits von hervorragenden Grafikern besorgt.

Die Markenfelder sind gerahmt, in den Markenfeldern sind Wert, Farbe und eventuell auch die Katalognummer der betreffenden Marke verzeichnet und von jedem Satz ist eine Marke abgebildet.

Alle Albenhersteller geben alljährlich "Nachträge" heraus, auf denen die Marken Platz finden, die im vergangenen Jahr erschienen sind. Die Marken werden in Klemmtaschen untergebracht. Wer nur gestempelte Marken sammelt, kann sich aber auch ohne Bedenken für Klebefalze entscheiden. Die Falze sind kleine teilgummierte Papierstücke, die mit der einen Seite auf der Markenrückseite, mit der anderen Seite auf dem Albumblatt festgeklebt werden. Solche Falze sind sehr preiswert.

Im Zeitalter von PC und Druckern bietet sich auch die Möglichkeit an, seine Albenblätter selbst zu gestalten. Einfach und schnell mit einem Textprogramm oder aufwändig und kunstvoll mit einem Grafikprogramm. Im Fachhandel gibt es dazu Vordruckblätter in verschiedenen Kartonstärken, Größen und Farben, so dass es leicht fällt, sich sein individuelles Sammelalbum kreativ herzustellen.

Brief, Postkarten oder Ausschnitte gehören nicht so einfach in einen Schuhkarton, sie sind am sichersten aufgehoben in speziellen Briefealben mit Klarsichthüllen aus weichmacherfreiem Kunststoff. Andere, meist billige Kunststoffhüllen können Marken, Briefen und Stempel schaden, in dem der darin enthaltene Weichmacher Farben verändert.

Wie liest man einen Briefmarkenkatalog?

Unentbehrlich für jeden ernsthaften Sammler ist ein Briefmarkenkatalog. In der Bundesrepublik gibt es Deutschland-, Europa- (mit allen europäischen Ländern außer Deutschland) und Übersee-Kataloge sowie spezielle Kataloge für die beliebtesten Sammelmotive (Europa, Luftpost und so weiter). In den Katalogen sind die Marken des jeweiligen Sammelgebietes lückenlos verzeichnet, dazu Abbildungen der Marken, Auflagenhöhen, Angaben über die Herstellungsart und den Herstellungsanlass und die Preise. ln der ersten Spalte stehen die Preise für postfrische, in der zweiten Spalte die für gestempelte Marken.

In Deutschland gibt es mehrere Kataloge. Die meisten werden von großen Briefmarkenfirmen herausgebracht, die Kataloge sind gleichzeitig eine Angebotsliste. Nur die "MlCHEL"-Kataloge werden von einem Verlag gedruckt, der nicht selbst mit Briefmarken handelt. Die MlCHELKataloge erfassen die ganze Welt, gelten als "die" Standardwerke bei den Sammlern und werden häufig als die "Bibel" der Sammler bezeichnet. Kauf, Verkauf und Tausch wird meist auf "MlCHEL"-Basis abgewickelt. Viele Kataloge erscheinen jedes Jahr neu und nennen die neuen Preise. In der Schweiz rechnet man nach dem "Zumstein"-Katalog, in Frankreich nach dem "Yvert", in Großbritannien nach dem "Gibbons" und in den USA nach dem "Scott".
Welchen Vorteil bieten Klemmtaschen?
Wer postfrische Marken sammelt, also Marken mit unbeschädigtem Gummi wie sie von der Post verausgabt wurden, braucht für sein Album Klemmtaschen. Klemmtaschen bestehen aus doppelter glasklarer Kunststofffolie; die Marke wird zwischen den beiden Folien eingeklemmt. Sie braucht also keinen Falz. Klemmtaschen kann man in jeder gewünschten Größe beim Briefmarkenfachhandel kaufen, die Albenhersteller bieten auch so genannte "Falzlosalben" an, in denen Klemmtaschen in entsprechender Größe schon auf jedem Markenfeld kleben.

Diese Alben sind allerdings wesentlich teurer als normale Alben. Für Sammler mit geringen Geldmitteln empfiehlt es sich daher, einfache Alben zu kaufen und die Klemmtaschen nachträglich selbst aufzukleben.

Was braucht ein Sammler noch?
Zum Handwerkszeug des Sammlers gehören weiter Pinzette, Lupe, Wasserzeichensucher und ein Katalog. Gewissenhafte Sammler berühren ihre Marken niemals mit der Hand. Alle notwendigen Arbeiten wie Einkleben, Sortieren und so weiter, nehmen sie mit der Pinzette vor. Die Zähnchen und (bei postfrischen Marken) die Gummierung sind sehr empfindlich. Selbst vorsichtigste Berührungen mit den Fingern können sie beschädigen. Beschädigungen müssen aber unter allen Umständen vermieden werden, weil schon der kleinste Zahnfehler (Beschädigung an den Zähnen) den Wert der Marke mindert.

Mit der Lupe kann man feststellen, ob eine Marke beschädigt ist. Die Fehler sind oft so winzig, dass man sie mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann.

Zum Handwerkszeug des Sammlers gehören schließlich noch ein Einsteckbuch für doppelte oder für Tauschmarken und ein Trockenbuch, das für jeden Sammler unentbehrlich ist, der Marken von der Briefpost ablöst.

Soll man beschädigte Marken sammeln?

Die Preise in allen Katalogen beziehen sich auf unbeschädigte Marken. Beschädigte sind wesentlich billiger, je nach Art der Beschädigung bis zu 95 Prozent. Ernsthafte Sammler lehnen es ab, beschädigte Marken in ihre Sammlung aufzunehmen. Ausnahmen machen sie nur bei Spitzenwerten, die in unbeschädigtem Zustand so teuer und selten sind, dass man nicht hoffen kann, sie je zu bekommen. Bei wertvollen beschädigten Marken lohnt sich der Gang zum Restaurateur. Restaurateure sind wahre Künstler. Mit Schabmesser, Lupe und vielen kleinen Geheimtricks zaubern sie fehlende Zähne wieder an die Marke und beseitigen Risse so, dass man mit bloßem Auge nichts mehr feststellen kann. Erst unter der Fluoreszenzlampe, einem Spezialgerät, werden die ausgebesserten Fehler wieder sichtbar. Künstler ihres Faches lassen sich ihre Arbeit mit drei bis fünf Prozent des MlCHEL-Wertes der Marke in unbeschädigtem Zustand bezahlen. Wer jedoch eine Marke reparieren lässt und diese als "unbeschädigt" veräußert, also verkauft oder tauscht, macht sich des Betruges schuldig und kann bestraft werden.

Wie löst man Marken vom Brief ab?

Um eine Marke von einem Brief sorgfältig abzulösen, schneidet man das Stück Papier, auf dem sie klebt, aus dem Umschlag heraus. Nicht zu dicht um die Marke herum, sonst kann sie beschädigt werden.

Ist die Adresse auf dem Umschlag mit Tinte geschrieben, muss das herausgerissene Papier möglichst ohne Tinte sein; die Tinte könnte die Marke im Wasserbad verfärben.

Die Marke kommt mit dem anhaftenden Papier in ein lauwarmes Wasserbad. Die Marke wird nicht eingetaucht, sondern schwimmt das Markenbild nach oben - auf der Wasseroberfläche. Nach etwa zehn Minuten lässt die Marke sich leicht von dem durchnässten Papier herunterschieben. Vorsicht vor Beschädigungen! Nasse Marken sind noch empfindlicher gegenüber Beschädigungen als trockene! Jetzt wird etwa noch anhaftender Gummi vorsichtig von der Markenrückseite heruntergewaschen, dann kommt die Marke in das Trockenheft. Nach vier bis fünf Stunden ist die Marke trocken. Wer das Geld für ein Trockenbuch sparen will, kann sich notfalls auch mit anderen Büchern oder einer Zeitung behelfen. Wichtig: Während des Trocknens muss das Trockenbuch auf einer harten, glatten Fläche liegen und möglichst
belastet werden (Bücher drauf legen!). Die Marke wird so während des Trocknens gleichzeitig "gebügelt" und ist in trockenem Zustand völlig glatt und ohne Falten. Briefmarkenalben dagegen dürfen nicht liegen, sondern müssen stehen. Briefmarken brauchen Luft, sonst
vergilben sie. Luft gelangt aber nur beim stehenden Album zwischen die Seiten. Aus dem gleichen Grund sollen Alben spätestens alle drei Monate einmal Blatt für Blatt durchgeblättert werden. Auch wenn man eine Zeitlang nicht zum Sammeln kommt, sollte man seine Briefmarken nicht verderben lassen. Denn fast jede Sammlung gewinnt mit der Zeit an Wert.

Diese Seite wurde mit freundlicher Unterstützung des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. erstellt.

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